Was eine Osmoseanlage kostet: Filter, Membran, Strom und Abwasser
Der Anschaffungspreis ist der kleinere Teil der Rechnung. Was eine Osmoseanlage wirklich kostet, entscheidet sich an den Filtern, der Membran und am Abwasser – über Jahre, nicht über Wochen.
Das Wichtigste in Kürze
- Vorfilter werden meist nach 6 bis 12 Monaten gewechselt, die Membran nach rund 2 Jahren.
- Kein Hersteller in diesem Vergleich nennt einen Preis für Filter und Membran; die drei einzigen Zahlen dazu stammen aus Rezensionen.
- Strom braucht nur, wer eine Pumpe oder eine UV-Stufe hat – vier Anlagen in diesem Vergleich (iSpring RCC7AK, Geekpure 5 Stufen System-Plus, Measury, Dennerle) arbeiten allein mit dem Leitungsdruck.
- Abwasser ist ein Kostenposten: Je Liter Reinwasser fallen je nach Anlage 0,3 bis 4 Liter Abwasser an.
- Für drei der zwölf Anlagen lässt sich die Rechnung über drei Jahre aufstellen – sie steht weiter unten, samt allen Annahmen.
- Rechnen Sie mit Ihren eigenen Wasser- und Strompreisen – sie unterscheiden sich je Versorger erheblich.
Die vier Posten, aus denen sich die Kosten zusammensetzen
Eine ehrliche Rechnung hat vier Zeilen, und nur die erste steht im Angebot: Anschaffung, Filterwechsel, Strom und Abwasser. Alles andere ist Zubehör.
- Anschaffung. Die Anlagen in unserem Vergleich liegen preislich weit auseinander – die aktuellen Preise stehen dort in der Tabelle, nicht hier im Text.
- Filter und Membran. Der größte laufende Posten und der am schlechtesten dokumentierte.
- Strom. Null bei Anlagen ohne Pumpe, spürbar bei Anlagen mit Druckerhöhungspumpe oder dauerhaft laufender UV-Lampe.
- Abwasser. Wird zweimal bezahlt: als Frischwasser im Zulauf und als Abwasser im Abfluss.
Filterwechsel: Intervalle und Preise
Die üblichen Herstellerangaben liegen bei 6 bis 12 Monaten für die Vorfilter und rund 2 Jahren für die Membran. Ecoviva nennt für die RO800G 12 Monate für die drei Vorfilter (PP, GAC, CTO) und 2 Jahre beziehungsweise 6.000 Liter für die Membran – das ist die genaueste Angabe im Feld.
Preise nennen die wenigsten, und keiner davon der Hersteller selbst. Belegt sind drei Zahlen aus Rezensionen: Für die Frizzlife PD400 nennt eine Rezension für beide Filterstufen zusammen rund 120 € (nach eigener Aussage laut einer Herstellerangabe: rund 90 € alle zwei Jahre, rund 30 € jährlich). Für die Dennerle Osmose Professional 190 nennt eine andere Rezension ein Filterset ohne Membran für rund 17 €, mit rund 10 € Aufpreis für eine leistungsstärkere Ersatzmembran. Für die Naturewater nennt eine französische Rezension rund 30 € für ein Set aus fünf Filtern, bei einem laut Hersteller genannten Wechselintervall von 10 bis 12 Monaten.
Ein Widerspruch, den wir stehen lassen. Eine ältere Rezension zur selben Dennerle-Anlage, seit mehr als einem Jahr im Einsatz, geht davon aus, nach rund vier Jahren die ganze Anlage ersetzen zu müssen, weil der Membranaustausch preislich kaum unter einer neuen Anlage liege – eine Erwartung, kein berichtetes Ereignis. Beide Angaben stammen aus Rezensionen, liegen Jahre auseinander und lassen sich nicht gegeneinander auflösen. Wir nennen sie beide, statt eine davon zu bevorzugen.
Womit Sie rechnen sollten: mit dem belegten Filterpreis – so steht er auch in der Rechnung über drei Jahre weiter unten. Und was Sie vor dem Kauf klären sollten, ist die andere Hälfte: Was kostet die Ersatzmembran, und gibt es sie einzeln zu kaufen? Wo eine Anlage nur komplett zu ersetzen ist, ist ihr Anschaffungspreis zugleich ihr Wartungspreis – und dann ist eine günstige Anlage nicht dasselbe wie eine günstige Anlage.
Die Intervalle sind zudem keine Zusage. Eine Rezension zur Dennerle-Anlage berichtet, die Filter bereits nach sechs statt der erwarteten zwölf Monate gewechselt zu haben – obwohl das eigene Wasser sehr weich war, was die Rezension selbst für unerklärlich hält. Wie lange ein Filter tatsächlich hält, lässt sich also nicht allein aus der Wasserhärte ableiten; sicherer ist, den Filterzustand regelmäßig zu prüfen statt sich auf ein Kalenderintervall zu verlassen.
Was Sie vor dem Kauf prüfen sollten
- Nennt der Hersteller Intervall und Preis? Fehlt eines von beiden, ist die Folgekostenrechnung nicht zu machen.
- Sind die Filter herstellergebunden oder handelsüblich? Zur Naturewater-Anlage berichtet eine Rezension, dass handelsübliche Filter passen – das drückt die Folgekosten dauerhaft. Für die Geekpure 5 Stufen System-Plus gibt der Hersteller selbst an, dass alle Filter Standardgröße haben und universell kompatibel sind; sieben Ersatzfilter für laut Hersteller mindestens zwei Jahre liegen bei.
- Wie viele Stufen hat die Anlage? Zehn Stufen sind zehn Positionen, die irgendwann gewechselt werden.
- Gibt es eine Wechselanzeige? Sechs Anlagen in diesem Vergleich zeigen den TDS-Wert oder den Filterstatus direkt am Gerät an – fünf per TDS-Anzeige, die myAqua 1900 per LED- und Tonsignal für Filter und Membran.
Stromverbrauch: von null bis spürbar
Das hängt an der Bauart. Die iSpring RCC7AK und die Geekpure 5 Stufen System-Plus arbeiten laut Hersteller allein mit dem Leitungsdruck und brauchen gar keinen Strom. Direct-Flow-Anlagen und Auftischanlagen brauchen dagegen immer eine Steckdose.
Eine Herstellerangabe dazu nennt nur ARKA für die myAqua 1900: rund 70 W im Betrieb und 1 bis 2 W im Standby. Eine Stunde Betrieb am Tag ergibt daraus rechnerisch rund 26 kWh im Jahr, der Standby kommt je nach Wert auf rund 9 bis 18 kWh. Den Rest liefert Ihr eigener Tarif – multiplizieren Sie die Kilowattstunden mit dem Preis von Ihrer letzten Abrechnung.
Ein Sonderfall steht in den Rezensionen zur Naturewater-Anlage: Vier Rezensionen aus drei Ländern bemängeln übereinstimmend, dass die UV-Lampe dauerhaft läuft statt nur bei der Wasserentnahme. Alle vier Käufer haben sich deshalb selbst eine eigene Schaltung nachgerüstet. Eine dieser Rezensionen misst nach: rund 4 W dauerhaft am Pumpentrafo, rund 26 W im Betrieb. Das ist kein großer Betrag, aber ein dauerhafter – was daraus über drei Jahre wird, steht in der Rechnung unten.
Abwasser: der Posten, über den niemand spricht
Wir geben das Abwasserverhältnis durchgehend als Reinwasser zu Abwasser an. 3:1 heißt ein Liter Abwasser je drei Liter Reinwasser, 1:2 heißt zwei Liter Abwasser je Liter Reinwasser. Die Reihenfolge ist die häufigste Fehlerquelle der Nische, weil Hersteller sie je nach Marketinglage umdrehen.
So weit liegen die Angaben in diesem Vergleich auseinander:
- 3:1 – Ecoviva RO800G, laut Datenblatt: rund 0,33 Liter Abwasser je Liter Reinwasser
- 2:1 – OsmoFresh Fusion Air, laut Produktbezeichnung: 0,5 Liter je Liter
- 1,5:1 – Frizzlife PD400, laut Herstellerangabe: rund 0,67 Liter je Liter
- rund 1:1 – ARKA myAqua 1900, von mehreren Rezensionen bestätigt: rund ein Liter je Liter
- 1:2 – Measury, laut Hersteller: zwei Liter je Liter; eine Rezension berichtet real 1:4
Zwischen der besten und der schlechtesten Angabe liegt der Faktor sechs. Bei zwei Litern Reinwasser am Tag sind das über ein Jahr grob 240 gegenüber 1.460 Litern Abwasser – gerechnet mit den Herstellerangaben, nicht gemessen.
Was das kostet, steht auf Ihrer Jahresabrechnung: Frischwasser und Abwasser werden je Kubikmeter getrennt berechnet, und die Sätze unterscheiden sich je Versorger deutlich. Wir setzen in der Rechnung unten eine glatte Rechengröße ein und schreiben sie dazu – eine bundesweite Durchschnittszahl täuschte mehr vor, als sie erklärt.
Und eine Einschränkung, die selten dabeisteht: Eine Rezension zur Ecoviva RO800G zweifelt an, ob der angegebene 3:1-Wert den regelmäßigen Selbstspülvorgang der Anlage einschließt. Das ist ein berechtigter Einwand für jede Direct-Flow-Anlage – gespült wird auch ohne Entnahme.
Drei Jahre, in Zahlen
Jetzt die Rechnung, die in dieser Nische sonst niemand vorrechnet – für die drei Anlagen, zu denen Zahlen vorliegen. Sie ist ein Beispiel, kein Preisschild: Jede Zahl steht mit ihrer Herkunft dabei, und die beiden Tarife, die niemand für Sie kennen kann, stehen offen als Annahme daneben.
Die Annahmen dieser Rechnung
- Entnahme: 2 Liter Reinwasser am Tag – das sind 730 Liter im Jahr und 2.190 Liter in drei Jahren. Dieselbe Menge wie im Abschnitt zum Abwasser. In der Aquaristik hängt sie am Beckenvolumen und am Wechselrhythmus; rechnen Sie die Abwasserzeile dort mit Ihrer eigenen Menge.
- Strom: 35 Cent je Kilowattstunde.
- Frischwasser und Abwasser zusammen: 5 € je Kubikmeter. Abwasser wird zweimal bezahlt – einmal im Zulauf, einmal im Abfluss.
- Die beiden Tarife sind Rechengrößen, keine Durchschnittswerte. Sie stehen hier, damit sich die Rechnung nachrechnen lässt; die Sätze, die für Sie gelten, stehen auf Ihrer letzten Abrechnung. Verdoppelt sich Ihr Wasserpreis, verdoppelt sich die Abwasserzeile – sonst nichts.
- Der Anschaffungspreis steht nicht in der Tabelle. Er ist einmalig und steht im Vergleich.
| Anlage | Filter und Membran | Strom | Abwasser | Summe, soweit belegt |
|---|---|---|---|---|
| Frizzlife PD400 | rund 225 € | keine Angabe | rund 7 € | rund 232 €, ohne Strom |
| Dennerle Osmose Professional 190 | 51 € bis 102 € | 0 € | rund 22 € bis 36 € | rund 73 € bis 138 € |
| Naturewater 6 Stufen Umkehrosmose | 90 € bis 120 € | rund 39 € | keine Angabe | rund 129 € bis 159 €, ohne Abwasser |
Woher jede Zahl kommt
Frizzlife PD400. Eine Rezension nennt unter Berufung auf den Hersteller 30 € jährlich für die eine und 90 € alle zwei Jahre für die andere Filterstufe – über drei Jahre also 90 € plus anteilig 135 €. Zum Stromverbrauch nennt weder Hersteller noch Rezension eine Zahl. Beim Abwasserverhältnis von 1,5:1 laut Hersteller fallen auf 2.190 Liter Reinwasser rund 1.460 Liter Abwasser, das sind rund 7 €. Dieselbe Rezension berichtet allerdings, dass die Filterleistung bei ihr schon nach vier bis sechs Monaten nachließ – bei diesem Rhythmus wäre der Posten mehr als doppelt so hoch.
Dennerle Osmose Professional 190. Eine Rezension kaufte ein Filterset ohne Membran für 17 €; laut Hersteller wird jährlich gewechselt, dieselbe Rezension musste nach sechs Monaten wechseln – daraus die Spanne von drei bis sechs Sätzen. Eine stärkere Ersatzmembran kostete rund 10 € Aufpreis, einmalig und nicht in der Summe. Strom braucht die Anlage keinen, sie arbeitet allein mit dem Leitungsdruck. Zum Abwasser gibt es keine Herstellerangabe; Rezensionen schätzen 1:2 bis rund 1:3,3, das sind 4.400 bis 7.200 Liter über drei Jahre.
Naturewater. Eine Rezension nennt rund 30 € für ein Set aus fünf Filtern, zu wechseln laut Hersteller alle 10 bis 12 Monate – in drei Jahren also drei bis vier Sätze. Dieselbe Rezension misst am Pumpentrafo rund 4 W dauerhaft, das sind rund 105 kWh in drei Jahren oder rund 37 €; der eigentliche Betrieb kommt bei 8 l/h laut Datenblatt auf rund 90 Stunden im Jahr und mit 26 W auf rund 2 €. Die UV-Lampe läuft laut vier Rezensionen durchgehend mit, ihre Leistung nennt niemand – die 39 € sind also eher zu niedrig als zu hoch. Ein Abwasserverhältnis nennt der Hersteller nicht; eine Rezension beschreibt die Menge als hoch.
Drei Dinge fallen daran auf. Erstens: Die Filter sind der größte Posten, und zwar mit Abstand. Bei der Frizzlife kosten sie über drei Jahre fast so viel wie die Anlage selbst. Zweitens: Strom zählt dort, wo etwas dauerhaft läuft – bei der Naturewater kostet der ständig eingeschaltete Pumpentrafo über drei Jahre rund 37 €, das eigentliche Filtern dagegen rund 2 €. Drittens: Das Abwasser ist bei diesen Mengen der kleinste Posten, ein- bis zweistellig statt dreistellig. Wer es trotzdem nicht in den Abfluss geben will: Es ist aufkonzentriertes Leitungswasser und zum Gießen oder Wischen unverändert brauchbar.
Der wichtigste Satz steht allerdings nicht in der Tabelle, sondern daneben: Für die übrigen neun Anlagen lässt sich diese Rechnung nicht aufstellen – unsere Empfehlung eingeschlossen. Wechselintervalle nennen die Hersteller, Preise nicht. Wer eine Anlage kauft, zu deren Filtern niemand einen Preis nennt, kauft eine offene Position, und wie groß die sein kann, zeigt die Tabelle: Zwischen den beiden Küchenanlagen, zu denen Zahlen vorliegen, liegen allein bei den Filtern rund 100 bis 140 € über drei Jahre.
Die Nachteile, die vor dem Kauf zählen
Wer nach „Osmoseanlage Nachteile" sucht, meint meist genau diese vier:
- Laufende Kosten. Filter und Membran fallen jedes Jahr wieder an, unabhängig davon, wie viel Sie entnehmen.
- Abwasser. Ein Teil des Zulaufs geht ungenutzt in den Abfluss – bauartbedingt, nicht als Mangel.
- Platz und Eingriff. Eine Untertischanlage belegt einen guten Teil des Unterschranks und braucht einen Anschluss. Was dabei auf Sie zukommt, steht im Montage-Ratgeber.
- Wartung. Ohne Filterwechsel sinkt die Leistung, und zwar unbemerkt – der Geschmack kommt langsam zurück.
Lohnt sich das?
Die Rechnung geht dort auf, wo die Anlage etwas ersetzt. Wer Flaschenwasser kistenweise kauft, vergleicht Folgekosten mit Getränkekosten und kommt oft schnell zu einem Ergebnis. Wer mit seinem Leitungswasser zufrieden ist, kauft Geschmack und Kalkfreiheit – und das ist eine Vorliebe, keine Investition.
In der Aquaristik stellt sich die Frage anders: Dort ersetzt die Anlage gekauftes Osmosewasser aus dem Fachhandel. Die Einordnung steht im Aquaristik-Ratgeber.
Ecoviva RO800G
Sie ist unsere Empfehlung unter anderem deshalb, weil ihr Datenblatt bei Wechselintervallen für Vorfilter und Membran, Standzeit in Litern und einem bezifferten Abwasserverhältnis am vollständigsten im Feld ist. Einen Filterpreis nennt kein Hersteller im Vergleich, auch sie nicht – die drei einzigen Zahlen dazu stammen aus Rezensionen zu Frizzlife, Dennerle und Naturewater (siehe oben).